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Das Leben danach 

Loslassen können

Die Unterschätzung der emotionalen Seite bei einer Nachfolgeregelung gilt als eine der häufigsten Ursachen für das Scheitern. Viele Unternehmer vermögen rational die Notwendigkeit einer Übergabe einzusehen; dennoch gelingt es ihnen nicht, ihr Lebenswerk emotional loszulassen. Mit der Übertragung ist die Meinung und Erfahrung plötzlich nicht mehr gefragt. Langjährige Geschäftsfreunde, Behördenmitglieder und andere Exponenten wenden sich relativ rasch vom bisherigen Inhaber ab und dem Nachfolger zu.

Die Unterschätzung der emotionalen Seite bei einer Nachfolgeregelung gilt als eine der häufigsten Ursachen für das Scheitern. Viele Unternehmer vermögen rational die Notwendigkeit einer Übergabe einzusehen; dennoch gelingt es ihnen nicht, ihr Lebenswerk emotional loszulassen. Mit der Übertragung ist die Meinung und Erfahrung plötzlich nicht mehr gefragt. Langjährige Geschäftsfreunde, Behördenmitglieder und andere Exponenten wenden sich relativ rasch vom bisherigen Inhaber ab und dem Nachfolger zu.


Da der persönliche Erfolg bisher mit dem unternehmerischen Erfolg gekoppelt war, können sich viele Unternehmer ein Leben ohne das Unternehmen nicht vorstellen. Dazu kommt, dass der Nachfolger vieles anders macht. Das bisher auf den alten Unternehmer zugeschnittene "Masskleid", sprich Firmenorganisation, wird vom Neuen umgestaltet. Der Übergeber hat zunehmend Mühe zu verstehen, weshalb Altbewährtes nun plötzlich nicht mehr gültig sein soll. Dies führt insbesondere bei familieninternen Übergaben dazu, dass der Senior nach seinem Ausscheiden regelmässig im Unternehmen auftaucht und Anordnungen trifft. Damit untergräbt er die Stellung und Autorität des Nachfolgers und setzt unter Umständen die Zukunft des Unternehmens aufs Spiel. Dabei ist auch bei einer Unternehmensnachfolge zu bedenken, dass, wer immer nur in die Fussstapfen eines anderen tritt, keine eigenen Spuren hinterlässt. Der Nachfolger muss, will er dem Unternehmen Innovationen verleihen, mit neuen Rezepten agieren.

 

Unternehmer tun gut daran, sich noch während ihrer aktiven Phase im Unternehmen neue Beschäftigungen zu suchen, die ihnen Spass und Befriedigung bereitet. So erhöhen sie mit der Zeit den Abstand zwischen ihnen und dem Unternehmen. Ideal ist es, wenn der Übergeber "sein" Unternehmen im Übergabezeitpunkt ohne Emotionen als reines Investment betrachten kann.

 

 

Weiter im alten Unternehmen tätig sein

 

In bestimmten Fällen kann es durchaus - sowohl bei einer familieninternen als auch familienexternen Regelung - sinnvoll sein, dass der Übergeber noch eine Zeitlang im alten Unternehmen tätig ist. Vorteil für den Nachfolger ist, dass er sukzessive die inneren und äusseren Strukturen des Unternehmens kennen lernen kann. Die Form der Weiterbeschäftigung kann als Arbeitsverhältnis oder als Beratungsverhältnis definiert werden. Wichtig ist dabei, dass der Zeitraum, die Kompetenzen, Aufgaben- und Verantwortungsbereiche genau festgelegt werden. Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten, sollten diese nicht vor den Mitarbeitern ausgetragen werden.